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Posted by / 13-Sep-2017 07:24

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So habe ich beispielsweise hier ein Portrait einer Gesellschaftsdame der Klimtzeit aus einer Salzburger Sammlung mit gesicherter Herkunft, das in Duktus, Expression und Farben genau das verkörpert, was man 1910 als Avantgarde begriff – die Wiener Moderne macht sich darin breit und zündet sich in den Rauchfarben eine letzte Vorkriegszigarre an.

Und es gibt Kunst, die man früher zwar für Kunst gehalten hat, und so teuer wie Museumskunst bezahlte, oder auch deutlich teurer – aber über die ist die Kunsthandelsgeschichte hinweg geschritten, weil sie sich am Neuen und Außergewöhnlichen orientiert.

Aber eigentlich will ich auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich auf den Mann, der schemenhaft unten links im Bild zu sehen ist.

Es ist 1870, es gibt kein mobiles Telefon, es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr, es gibt kein Auto und das Fahrrad hat noch nicht die Berge erobert.

Es ist die richtige Epoche und die richtige Region, denn die Kunst war damals zwischen dem blauen Land und Wien entlang der Alpen ausgestreckt, und wenn ich nach Italien radle, komme ich nach ein paar Metern an exakt jener Stelle am Oberbuchberger Hof vorbei, an der August Macke seine Tegernseelandschaft malte.

Was ich aber gerade gekauft habe, ist um 1870 entstanden, und wie man aus der Kunstgeschichte weiß: Damals malten die Franzosen Kunst, und die Deutschen eher Kitsch.

Denn um 1870 erschlossen die Eisenbahnen langsam die Bergwelt, darin eröffneten die Grand Hotels, man zog zur Sommerfrische auf die Alm, und erwarb alpenländische Mode für eine Art Bergkostümfest.

Vor ihr steht ein Topf, und in dem Topf ist ein Stecken, an dem sie eine Blume aufrichtet: Es ist Lychnis chalcedonica, in unromantischen Deutschlandteilen als Scharlachlichtnelke bekannt, aber bei uns in den Alpen heißt sie nur “brennende Liab“. Es hat alles seine Bedeutung, die roten Blüten wie auch der Stock, an dem sie gedeihen.

Das mag nicht Kunst sein, es hat zu wenig abgeschnittene Ohren und entsetzte Schreie, und zu detailgenau ist es auch, aber ich mag das.

Man muss natürlich die darin zum Ausdruck kommende, bürgerliche Moral nicht mögen, das Saubere, die gebremste Offensive, die Ritterlichkeit und die Monogamie, in der sich diese beiden finden werden.

Er wird sich um sie sorgen und sicher über den See bringen, so wie sie sich um ihn gesorgt hat, und ihm ein Gebinde mit Blumen und Kräutern aus ihrem Garten gemacht hat.

Der Maler kannte seinen Spitzweg und seinen Conrad Ferdinand Meyer, er wusste, wie man mit Anspielungen arbeitet, und mehr erzählt, als einfach nur ein Treffen am See.

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Vermutlich hat sie ihn schon von weitem kommen sehen, denn sie erwartet ihn auf der Terrasse und hat etwas hinter ihrem Rücken versteckt: ein kleines Gebinde aus Blumen und Kräutern, wie es in Bayern im Sommer gern geweiht und dann als Glücksbringer an den Hut gesteckt wird.